PST18
Düsseldorf 2025
Eine 68 Quadratmeter grosse Wohnung in einem Bau der Siebzigerjahre, eingerichtet als Pied-à-terre für ein Paar, dessen Hauptwohnsitz auf Sylt liegt. Aus einem ursprünglich zurückhaltenden Interior-Auftrag entwickelte sich ein umfassendes Projekt aus Möblierung, Massanfertigungen sowie Farb- und Lichtkonzept – koordiniert grösstenteils digital, über Videocalls und mobile Abstimmung mit den ausführenden Handwerksbetrieben.
Monolithische Einbauten verstecken die funktionalen Komponenten der Wohnung und zonieren sie zugleich über ihre Farbgebung. Die offene Küche in kräftigem Senfgelb bildet das Herzstück und bricht mit ihrer runden Kontur bewusst die Rechtwinkligkeit des Grundrisses – eine weichere Linienführung, die den gesamten Wohn-Essbereich offener wirken lässt. Ein Rückwandpaneel aus starkädrigem Naturstein setzt einen bewussten Material-Break.
Der Wohnbereich folgt einer eigenständigen, kontrastreicheren Farbgebung mit hellem Sofa, dunklen Vintage-Sesseln und einem Einbauregal in Burgunderrot. In den kleineren Nebenräumen – allen voran im Gäste-WC – kommen bewusst tiefdunkle Farbtöne zum Einsatz, die Tiefe erzeugen und klare Akzente setzen, statt die begrenzte Fläche zu kaschieren.
Klassische Möbelstücke wie Hays “Rey”-Stühle, Charlotte Perriands Couchtisch für Cassina und Børge Mogensens Bank treffen auf zeitgenössische Lichtplanung von PSLab sowie auf Kunstwerke von Dirk Skreber, Daniel Josefsohn, R. B. Kitaj und Philip A. Zimmermann. Meissens klassisches Zwiebelmuster-Geschirr sorgt inmitten der reduzierten Formensprache für einen spielerischen Kontrapunkt.