NIE10
Berlin 2024
Eine 170 Quadratmeter grosse Altbauwohnung in der Niebuhrstrasse, zugeschnitten auf ein pensioniertes Paar, das nach Jahrzehnten in Süddeutschland in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt ist. Der klassische Grundriss mit Berliner Zimmer wich einer offenen, lichtdurchfluteten Raumfolge – Bühne für vorhandene Möbelklassiker von Le Corbusier und Gerrit Rietveld sowie für Kunstwerke und Sammlerstücke.
Nach rund anderthalb Jahren Planungs- und Bauzeit ist die Wohnung kaum wiederzuerkennen. So viele originale Altbauelemente wie möglich – Holztüren und -fenster, Parkett, Stuckaturen – blieben erhalten und wurden überarbeitet, während neu eingesetzte Wände mit Schattenfugen und massgefertigte Einbaumöbel eine zeitgenössische, funktionale Schicht darüberlegen.
Das Berliner Zimmer, ursprünglich durch die Eckfensterlage lichttechnisch benachteiligt, öffnet sich nun zum vorderen Flur; die ehemalige Küche weicht einem Gäste- und Arbeitszimmer mit angrenzendem Duschbad. Im Seitenflügel entstanden Master Bedroom, Ankleidezimmer, Wannenbad und Hauswirtschaftsraum, während die neue Küche ins ehemalige Berliner Zimmer zieht und diesem Raum echte Aufenthaltsqualität verleiht.
Ein einheitliches Farb- und Materialkonzept – abgeleitet aus der objektbasierten Lichtplanung von PSLab – verbindet die Räume: Wände und Decken in Schlammton, dunkelbraun gebeiztes Altholzparkett neben neuen Eichendielen, im hinteren Seitenflügel kontrastiert durch hellbeigen Veloursteppich. Der Einbauschrank im Ankleidezimmer trägt eine Oberfläche aus ockerfarbenem Tischlinoleum, die Küche kühles Hellblau vor mattem Carrara-Marmor, der sich in beiden Bädern wiederfindet – im Masterbad begleitet von tiefroten Tischlermöbeln.
Der Bogen zieht sich als wiederkehrendes Motiv durch die Wohnung: geschwungene Wände und Tür im Duschbad öffnen den Übergang zum Berliner Zimmer, während sich die Form in einer Wandnische und als Tonnengewölbe im Ankleideraum wiederholt – Details, die dem Ensemble seine Grandezza verleihen.